24h-Übungstag der Feuerwache Egelsee

von Klemens KremserZuletzt am Samstag, 09. September 2017 geändert.
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Nach der erfolgreichen Traktorbergung am Vormittag des 2.9. fanden sich die KameradInnen der Feuerwache Egelsee von 2.9.-3.9.2017 beim neuen FF-Haus ein, um gemeinsam einen 24h-Übungstag zu begehen.

Ziel dieses Übungstages war es, sich mit der umfangreichen und neuen Beladung von Tank Egelsee nach dem Umbau vertraut zu machen. Neben bereits erlernten Dingen und Taktiken wurde auch die Kameradschaft bei Teambuilding-Aktionen gestärkt. Insgesamt nahmen 24 KameradInnen der Feuerwache Egelsee an dem Übungstag teil, um ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auf die Probe zu stellen.

Zu Beginn stand die Menschenrettung aus einem verunfallten PKW auf dem Programm. Hier galt es die verletzte Person möglichst schonend mit Hilfsmitteln wie Spineboard, Rettungsboa und Stifneck aus dem Fahrzeug zu befreien. Mit der Hilfe von Steckleitern wurde des Weiteren das Absichern eines PKW, welcher nach einem Unfall seitlich zu liegen kommt, geschult.  Die eingeladene Bevölkerung von Egelsee konnte sich hier von der tollen Arbeit ihrer Feuerwehrleute überzeugen und durfte auch selbst als „Unfallopfer“ erfahren, wie das Gefühl ist, sich in einer Notsituation zu befinden.

Nach dieser ersten praktischen Einheit teilten sich die KameradInnen in 3 Gruppen und absolvierten einen Stationenbetrieb. Hier wurde die Handhabung der Wärmebildkamera und des neuen Mehrgasmessgeräts geschult. Des Weiteren wurde das Vorgehen bei Schadstoffeinsätzen erläutert sowie die Verwendung der vorhandenen Entscheidungshilfen.

Nachdem sich die KameradInnen beim Abendessen gestärkt hatten, ging es in den vermeintlich gemütlichen Teil über. Um die Kameradschaft und den Zusammenhalt noch weiter zu stärken, wurde eine Teambuilding-Einheit veranstaltet. Hier galt es ein Netz mit Hilfe der Ausrüstung aus dem Tankwagen zu überwinden, ohne dieses zu berühren. Jedes Loch durfte dabei nur einmalig benutzt werden. Der Kreativität der KameradInnen wurde keine Grenzen gesetzt und so schafften es schließlich alle gemeinsam auf die andere Seite zu kommen.

Gegen 0:00 Uhr hieß es dann vorerst Nachtruhe für alle Teilnehmer, welche jedoch nicht allzu lange anhalten sollte. Gegen 01:30 wurden die KameradInnen zu einer Einsatzübung alarmiert. Die Meldung lautete Verkehrsunfall mit vermutlich eingeklemmter Person. Unverzüglich wurden beide Fahrzeuge von der Mannschaft besetzt und setzten sich zum Einsatzort in Bewegung. Vor Ort stellte sich heraus, dass sich tatsächlich noch eine Person im Fahrzeug befand. Das am Nachmittag Erlernte wurde sofort in die Tat umgesetzt, was eine rasche und schonende Befreiung der Person ermöglichte. Da sich auf dem Armaturenbrett der Beifahrerseite ebenfalls Blut befand, wurden weitere Kameraden beauftragt mit Hilfe der Wärmebildkamera die nähere Umgebung abzusuchen. Tatsächlich konnte eine weitere verletzte Person nicht unweit des Unfall-PKWs gefunden werden. Diese wurde versorgt und danach abtransportiert. Nach ca. 1 Stunde war die Übung beendet und die KameradInnen rückten wieder ins FF-Haus ein.

Die Nachtruhe hielt jedoch wieder nicht lange an. Da die FW-Egelsee 24h hindurch sofort einsatzbereit war, wurde sie kurz vor 04:00 Uhr vom Disponenten der Bezirksalarmzentrale zu einer Fahrzeugbergung im Gewerbepark in Krems alarmiert. Nach ca. 1 ½ Stunden und erfolgreicher Fahrzeugbergung konnten sich die KameradInnen noch für ein paar Stunden auf ihren Feldbetten ausrasten.

Nach der doch sehr kurzen Nacht begann die zweite Hälfte des Übungstages mit einem weiteren Stationenbetrieb. Hier wurde die Handhabung des Halligan-Tools in Kombination mit der Rettungsaxt zur gewaltsamen Öffnung von Türen beübt, sowie das Sichern und Abseilen mit Feuerwehr- und 5-Punkt-Gurt.
Des Weiteren lernte die Mannschaft den neuen Druckbelüfter kennen, welcher nach dem Umbau von Tank Egelsee nun den Einsatzkräften zur Verfügung steht. Mit Hilfe einer Präsentation, sowie einem Modellhaus wurde den Teilnehmern das Vorgehen und die Taktik im Bezug auf die Druckbelüftung vermittelt. Nach der Theorie wurde das Erlernte in die Praxis umgesetzt. Dazu fuhren die KameradInnen zum alten FF-Haus in Egelsee, wo mit Hilfe einer Nebelmaschine eine Rauchentwicklung im ersten Stock simuliert wurde. In mehreren Durchläufen konnte so die Mannschaft praktisch die Entrauchung von Brandräumen beüben.

Als Letztes stand eine Abschlussübung auf dem Programm, um das Gelernte wiederum in die Praxis umzusetzen. Die Alarmierung zur Übung lautete Wohnungsbrand mit 3 vermissten Personen. Zum letzten Mal wurden die Fahrzege von der Mannschaft besetzt und rückten zum alten FF Haus aus. Am Übungsort angekommen stellte sich die Lage wie folgt dar. In einer Küche war Feuer ausgebrochen, was zu einer starken Verrauchung des gesamten Objektes führte. 3 Personen sollten sich laut Einweiser noch im Brandobjekt befinden. Unverzüglich rüsteten sich 2 Atemschutztrupps aus und gingen mit gefüllter Schlauchleitung ins Brandobjekt vor. Die erste Person konnte rasch gefunden werden und wurde ins Freie gebracht. Auch Person Nummer 2 und 3 konnten schnell in Sicherheit gebracht werden. Erschwert wurde die Arbeit des Einsatzleiters durch einen Reporter, welcher versuchte Informationen zum Brand zu bekommen. Dieser konnte jedoch erfolgreich vom Einsatzort ferngehalten werden. Bei dieser Übung lag das Hauptaugenmerk vor allem auf dem Einsatz der neuen Ausrüstung wie Druckbelüfter und mobiler Rauchverschluss.

Nach der Abschlussübung wurde die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt und der Übungstag bei gemütlichem Beisammensitzen beendet. Bei einer anschließenden Feedbackrunde mit der Mannschaft wurde der Erfolg dieses Übungstages von allen Teilnehmern bestätigt und der Wunsch geäußert, solch ein Unterfangen jährlich abzuhalten.

Die Feuerwache Egelsee bedankt sich bei den Kameraden, welche den Übungstag ausgearbeitet haben, sowie allen Mitwirkenden und den zahlreichen Spendern von Getränken und Verpflegung.