Praxisseminar Branddienst: Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger

von Monika Kyselova, Benjamin FlatschartZuletzt am Sonntag, 01. Oktober 2017 geändert.
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Die angehenden Atemschutzgeräteträger der FF Krems haben im Rahmen ihrer Ausbildung am Samstag, den 23. September 2017 ihre Kenntnisse im Bereich Atemschutz sowie Löschlehre im sogenannten Praxisseminar Branddienst gefestigt. Das Praxisseminar Branddienst entspricht der Stufe 3 der erweiterten Atemschutzausbildung des niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbandes und ist Voraussetzung zum Erlangen der Einsatztauglichkeit der FF Krems. Gute Ausbildung ist bei den Atemschutzeinsätzen die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Brandbekämpfung. Sichere Brandbekämpfung beginnt mit den Kenntnissen über den Brandverlauf. Nur wer seinen Feind kennt, kann diesen auch effizient bekämpfen. Die richtige Technik der Strahlrohrführung sowie Anwendung entsprechenden Einsatztaktiken sind wichtige Grundlagen dafür

Die Atemschutzeinsätze sind eine der schwersten Einsatzarten im Feuerwehrwesen. Die körperlich anstrengende Tätigkeit verlangt von den Einsatzkräften bei ihrer technischen Vorgehensweise am Einsatzort höchste Konzentration und Präzision. Die Handwerkskunst muss deshalb laufend geübt und ausgebessert werden. Wer einmal die richtige Löschtechnik gelernt hat, ist für die nächsten 5 Jahre nicht „ausgelernt“, sondern sollte darauf achten, dass die Kenntnisse laufend aufgefrischt werden. Themen wie koordinierter offensiver Innenangriff, persönliche Schutzausrüstung, Strahlrohrführung, Außenangriff, effizienter Einsatz von Wasser, Durchführung einfacher Ventilation, hydraulische Ventilation, Notfalltraining sowie Beherrschung externer Brandverhalten sind für jeden Atemschutzgeräteträger wichtig. Deshalb wurden diese Themengebiete in dem theoretischen Teil des Praxisseminars besprochen.

Am Nachmittag ging es dann für die zukünftigen Atemschutzgeräteträger zu den einzelnen Stationen, in denen die am Vormittag gelernte Theorie direkt in die Praxis umgesetzt wurde und in den nachgespielten Einsatzszenarien die richtigen Löschtaktiken (wie z.B. Rauchgaskühlung, direkte und indirekte Brandbekämpfung, hydraulische Ventilation…) eingesetzt wurden. Der Fokus war auf den Innenangriff sowie den Umgang mit dem Hohlstrahlrohr, Einsatz des mobilen Rauchgasverschlusses, Einsatz der Wärmebildkamera sowie Personenrettung gesetzt. Die simulierten Bedingungen, die dem realen Einsatz entsprechen würden, haben die Kameraden bis an ihre Leistungsgrenze getrieben und manchmal sogar darüber hinaus.

Eine von den schwierigsten Situationen, denen sich die Einsatzkräfte beim Innenangriff stellen müssen, ist die Suche der vermissten Personen, sowie die Personenrettung. Besonders belastend und kräftefordernd ist es dann, wenn die Einsatzkräfte einen verletzten Kameraden retten müssen. Unter Beobachtung des Ausbildner-Teams galt es, eine vermisste Person (einen verletzten Kameraden) aus einer verrauchten Lagerhalle zu retten und zugleich das bereits stark ausgebreitete Feuer richtig zu bekämpfen, die Rauchgase zu kühlen, sowie die Räumlichkeiten hydraulisch zu ventilieren.

Die zweite Station, durch die die Atemschutztrupps gegangen sind, war der sog. „Hindernisparcours“. In der Schlauchwaschanlage wurden verschiedene Hindernisse aufgestellt und die Trupps waren aufgefordert, mit der gefüllten Löschleitung im dichten Rauch zur Personensuche auszurücken. Ähnlich wie im realen Einsatz wurde von der für die Atemschutzüberwachung zuständigen Person mit Funk die Rückmeldung über die aktuelle Situation gefordert. Die Atemschutztrupps haben auch diese Station praktisch unter Nullsicht meistern müssen. Besondere Herausforderung war hier die Kommunikation der Truppmitglieder untereinander, da die Lage durch laute Musik und Megafonbeschallung erschwert wurde. Gerade bei solchen Szenarien ist höchste Konzentration gefordert, denn schon die kleinsten Fehler können schwere Folgen haben und im schlimmsten Fall ein Menschenleben kosten.

Alle Teilnehmer des Praxisseminars haben die Aufgaben erfolgreich gemeistert und sind somit einen Schritt dem Ziel näher gekommen, ihre Freigabe als Atemschutzgeräteträger für Brandeinsätze zu erlangen.

Herzlichen Dank an das Team der Ausbildner für den lehrreichen Tag und die gute Vorbereitung und Ausarbeitung des Seminars!


Eingesetzte Kräfte:

FW Egelsee
FW Hauptwache
FW Rehberg
FW Stein