Praxisseminar Menschenrettung aus KFZ

von Christoph GruberZuletzt am Dienstag, 22. Mai 2018 geändert.
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Die Menschenrettung nach Verkehrsunfällen gehört neben der Brandbekämpfung zu den wichtigsten Aufgaben der Feuerwehr. Die Kombination aus Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst, der Bedienung schwerer Geräte und der Einsatzstellenorganisation erfordert ausreichend Übung unter Realbedingungen. Um dies zu beüben, fand am 5. Mai 2018 das Praxisseminar „Menschenrettung aus KFZ“ der Feuerwehr Krems statt.

Pünktlich um 7:30 Uhr begann der Ausbildungstag. Als Grundlage für den Ausbildungstag wurde die Annäherung an Unfallopfer, Betreuung dieser, sowie das Arbeiten mit Produkten zur Immobilisierung geschult. Nach einer Theorieeinheit mit Inhalten des Rettungsablaufs, der Organisation an der Einsatzstelle, sowie der technischen Möglichkeiten der Feuerwehr ging es in die Praxis.

Gemeinsam wurde der Bereitstellungsplatz aufgebaut, alle Geräte zur Menschenrettung erklärt und deren Anwendungsgebiete besprochen. Anhand zweier unverformter PKW konnte der Rettungsablauf praktisch angewendet werden und die div. technischen Möglichkeiten angelernt werden. Als Abschluss des lehrreichen Vormittags stabilisierten die Auszubildenden noch einen PKW in Seitenlage mit dem Stabilisierungssystem.  

Nach der Mittagspause stießen zwei Fahrzeugbesatzungen des Roten Kreuz Krems zur Übung dazu. Und bei zwei Einsatzübungen wurde vor allem das Teamwork intensiviert.

Die erste Übungslage war ein simulierter Seitenaufprall mit zwei eingeklemmten Personen, die es zu versorgen und retten galt. Rasch waren Bereitstellungsplatz aufgebaut und das Fahrzeug stabilisiert. Ein Innerer Retter konnte über das Heck einsteigen und sowohl die Patientenbetreuung übernehmen und Rettungsgeräte in Stellung bringen. Ein Entstehungsbrand wurde von den Einsatzkräften raschest bekämpft. Nachdem die beiden Insassen befreit waren, folgte eine ausführliche Nachbesprechung.


Nach einer kurzen Erholungspause ging es für die vier Fahrzeugbesatzungen von Feuerwehr und Rettungsdienst zum nächsten Übungsszenario. Diesmal galt es, aus drei verunfallten PKW in Summe drei Personen zu retten. Nach einer Priorisierung der Verletzungsmuster wurden Pläne zur Rettung geschmiedet und umgesetzt. Neben einer lebensbedrohlich verletzten Person galt es eine schwerverletzte und eine leicht verletzte Person aus den Fahrzeugen zu befreien. Rasch wurde die bewusstlose Person mit dem Spineboard über das Heck des Fahrzeugs gerettet. Parallel dazu erfolgte die Stabilisierung der weiteren Fahrzeuge und die Rettung wurde vorbereitet. Besonders die Rettung der im Geländewagen eingeschlossen Person war eine Herausforderung. Eine Pfählungsverletzung erforderte es, das Dach teilweise zu entfernen, was aufgrund der massiven Säulen die Unterschiede der vorhandenen Rettungsgeräte deutlich machte. Trotz des Personal- und Gerätemangels für dieses herausfordernde Szenario konnte von den Übungsteilnehmern rasch und koordiniert gearbeitet werden.

Kurz vor 17:00 Uhr konnte nach intensiven gemeinsamen Aufräumarbeiten der Ausbildungstag beendet werden. Alle Teilnehmer hoffen, das Erlernte in diesem Umfang nie in der Realität erleben zu müssen.

 


Eingesetzte Kräfte:

1 Hilfeleistungsfahrzeug
1 Kleinrüstfahrzeug

Rotes Kreuz Krems