Bergung der Motorboottankstelle in Krems-Stein

von Florian KremsZuletzt am Freitag, 7. August 2020 geändert.
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Nachdem der Wasserstand der Donau nach dem Hochwasser der vergangenen Tage zurückgegangen war, konnte die Bergung der gekenterten Motorboottankstelle am 7. August durchgeführt werden. Mit einem Baggerschiff wurde der gesunkene Ponton angehoben und die Kammern aufgeschraubt, fünf der sechs Kammern waren mit Wasser vollgelaufen.

Einsatzkräfte der Feuerwehr pumpten die Kammern mit leistungsstarken Unterwasserpumpen leer, die Schwimmkörper sorgten wieder für Auftrieb. Nun konnte der Schaden begutachtet werden, dabei musste eine Beschädigung an einem Auftriebkörper festgestellt werden, dieser leckte. Eine Bergung war daher unumgänglich. Eine Kranbergung aus der Donau wurde aufgrund der immer noch sehr starken Strömung als zu riskant verworfen, die Tankstelle muss zur Bergung in ruhiges Wasser in den Hafen geschleppt werden.

Dafür war es notwendig, die Treibstofflager der Tankstelle zu entleeren. Dafür wurden zwei Entsorgungsunternehmen angefordert, die einerseits den Dieseltank und andererseits den Benzintank leerpumpen konnten. Die Sicherheitseinrichtungen der Tankstelle haben ein Austreten von Treibstoff erfolgreich verhindert. 

Während der Arbeiten auf dem Ponton erfolgte eine Absicherung wasserseits durch die Schifffahrtsaufsicht. Das Arbeitsboot der Feuerwehr Krems stand parallel dazu bereit - aufgrund des immer noch sehr hohen Wasserstandes eine notwendige Sicherungsmaßnahme. Die Donau führt im Gefolge des letzten Hochwassers immer noch große Mengen Treibgut - hier braucht es erfahrene Schiffsführer.

Einsatzleiter Urschler: "Nachdem der Ponton aufgeschwommen und erfolgreich gesichert war, haben wir den Füllstand kontrolliert. Beide Tanks haben dicht gehalten, sowohl die Ventile als auch die Tanks. Das  Granulat der Tankeinhausung ist zwar durchnässt, hat aber den Tank vor Beschädigung gut geschützt. Es kam zu keinem Austritt von Öl oder Benzin in die Donau." 

Nachdem die Tanks leergepumpt waren, erfolgte eine Stickstofffüllung. Damit waren die Gefahren an Bord nach allen Regeln der Technik gebannt, nun konnte der Transport der (wieder) schwimmenden Tankstelle in den Hafen Krems erfolgen. Während des Transportes mit dem Großschiff war eine Einsatzmannschaft an Bord, die mit der Unterwasserpumpe eindringendes Wasser sofort wegpumpte. 

Gegen 17:00 traf der Schubverband im Hafen Krems ein. Hier wird die Tankstelle mit einem Portalkran ans Ufer gehoben. 


Eingesetzte Kräfte:

1 Arbeitsboot
1 Drehleiter
2 Mannschaftstransportfahrzeuge
1 Tanklöschfahrzeug
2 Versorgungsfahrzeuge
1 Wechselladefahrzeug mit Kran

Gemeinde
Schifffahrtsaufsicht