Spezialgerät "Waldbrand" in Dienst gestellt!

von Thomas WechtlZuletzt am Samstag, 15. Mai 2021 geändert.
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In einer zweijähriger Planungszeit hat die Arbeitsgruppe "Waldbrand" ein schnell einsetzbares und wendiges Einsatzgerät geplant. Mehrere Varianten wurden geprüft. Vorgabe war eine multifunktionelle Einsatzmöglichkeiten zu erarbeiten. Die regulären Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Krems sind das ganze Jahr über gut gerüstet Brände zu bekämpfen - aber in der Waldbrandsaison soll für schwer erreichbare Lagen zusätzliches Gerät zur Verfügung stehen. 

Die Kombinationen auf bestehende Fahrzeuge aufzubauen wurden allesamt von der technischen Gruppe verworfen, so wurde im Juni 2020 beschlossen, ein eigenes Fahrzeug anzuschaffen. Hier fiel die Wahl auf einen Mitsubishi L200 Pickup mit Allradantrieb. Dieses Fahrzeug ist im Regelbetreib als Kleintransporter eingesetzt und kann leicht mit  einem modularen Aufbau umgerüstet werden. Am 14. Dezember gab es seitens des Kommandos das OK für den Löschaufbau und bereits Ende Dezember war ein Prototyp aus Holz fertiggesellt. 

Die handwerklich versierte Arbeitsgruppe in der Feuerwehr setzte alles daran, den Eigenbau in Rekordzeit umzusetzen.

Das Modulsystem "Waldbrand" kann jedoch viel mehr, als nur bei Wald- und Flurbränden eingesetzt zu werden.

Durch die Wendigkeit und sehr gute Geländegängigkeit ist das Fahrzeug samt Aufbau auch im unzugänglichen Bereichen, wo die grossen Tanklöschfahrzeuge keine Zufahrtsmöglichkeiten haben, einsetzbar. Ebenso bei Brandsicherheitswachen von Veranstaltungen wie z.B.: dem Volksfest, längere Ölspuren durch das verbaute Bioversalstrahlrohr und noch viele weitere Einsatzmöglichkeiten, ist dieses Fahrzeug einsetzbar. 

Am Aufbau sind noch einige Stunden Restarbeiten zu erledigen, jedoch kann der Aufbau technisch bereits eingesetzt werden.

Die Projektleiter Dominik Kormesser und Christoph Ettenauer bedanken sich bei allen Mitgliedern der AG Waldbrand für ihren Arbeitseifer und kreativen Problemlösungen. "Ohne einem kreativen Team, welches sich so in ein Projekt einbringt hätten wir noch länger an einer zufriedenstellenden Lösung gefeilt," hört man im O-Ton aus der Projektleitung.

Derartig modulare Lösungen sind kein Massenprodukt und für die Hersteller kommerziell nicht interessant. Dennoch haben solche Speziallösungen ihre Berechtigung. Die  Arbeitspferde der Kremser Feuerwehr bleiben weiterhin unsere bewährten Hilfeleistungsfahrzeuge, die ohnehin mit einer überkompletten Allroundausstattung glänzen. Für spezielle Lagen machen aber spezielle Geräte durchaus Sinn - allerdings nur, wenn eine Mehrwegnutzung möglich ist. 

Der Kommandant der Feuerwehr Krems, Gerhard Urschler bedankte sich für den Einsatz und der kreativen Lösung bei der gesamten Arbeitsgruppe Waldbrand und stellte nach einer kurzen Ansprache den Löschaufbau offiziell in den Einsatzdienst. "Kreativität, Zielstrebigkeit und Teamgeist sind die Eckpfeiler, die uns als Feuerwehr Krems auszeichnen. Als große Wehr haben wir die Ressourcen, derartige Lösungen zu entwickeln. Gerne stellen wir unser Wissen interessierten Feuerwehren (sic!) zur Verfügung."

Der Kommandant der Hauptwache, Mario Wimmer bedankte sich bei Christoph Ettenauer für seine Mitarbeit in dieser Gruppe. Nachdem Christoph nun beruflich für einige Zeit ins Ausland reist, verabschiedete er ihn mit einer Flasche Kremser Feuerwehrwein und wünschte ihm viel Erfolg und eine gute Heimkehr.